Hochdrucksprühverfahren
Eine Alternative zum Heißluftverfahren stellt der Chemische Holzschutz im Sprühverfahren dar. Hierbei werden flüssige Holzschutzmittel auf das Holz gesprüht bis die nach Prüfbescheid bzw. Technischem Merkblatt erforderliche Aufbringmenge (=Einbringmenge) erreicht ist. Beim Hochdrucksprühverfahren werden großflächig geruchsarme- und farblose Holzschutzmittel auf die Holzoberflächen im Hochdruckverfahren verteilt. Damit werden auch die Trockenrisse erfasst, in die z.B. das Weibchen des Hausbocks seine Eier geschützt ablegt. Die Oberfläche des Holzes wird damit vollflächig getränkt und das Holzschutzmittel dringt ausreichend tief ins Holz ein.
Foto: Hochdrucksprühverfahren in einem Dachstuhl
Vor dem Aufbringen der Holzschutzmittel muß die schädliche Insektenart bestimmt werden. Dann deren Ausbreitung. Damit das Holzschutzmittel tief genug zu den schädlichen Larven vordringen kann, insbesondere bei Hausbockbefall, müssen die zerfressenen und vermulmten Holzschichten, die ohnehin nicht mehr nennenswert zur Tragfähigkeit beitragen, durch Abbeilen entfernt werden. Eine Restquerschnittbestimmung und Überprüfung durch einen Statiker ist dann leicht möglich. Die freigelegten Fraßgänge werden anschließend ausgebürstet, bevor das Holzschutzmittel aufgetragen wird.
Foto: Abbeilen von Dachstuhlhölzern
Foto: Das Abbeilen zeigt, dass der Restquerschnitt der vom Hausbock massiv befallenen Deckenbalken offensichtlich nicht mehr ausreicht
In vielen Fällen (vor allem bei Dachstuhlbehandlungen von Kirchenbauten) ist es oftmals erforderlich, vorher Bau- und Ziegelschutt im Dachraum auszubauen, damit die befallenen Hölzer erreichbar werden.
Foto: Vor der Ausbringung von Holzschutzmitteln müssen Bau- und Ziegelschutt sorgfältig "überall" ausgebaut werden.
Schlecht oder unzureichend zugängliche Hölzer werden zusätzlich im Bohrlochtränkverfahren behandelt.