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Viren

Viren als Krankheitserreger spielen auch in der Schädlingsbekämpfung eine zu beachtende Rolle vor allem wenn es um Ratten und Mäuse geht, die Viren auf den Menschen übertragen können. Aber auch bei Entschuttungs- und Holzschutzarbeiten in Fledermaus-besiedelten Dächern ist für das Personal Vorsicht geboten: Infektionsgefahr!

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Hantaviren

Die Gattung Hantavirus aus der Familie der Bunyaviridae umfasst unter anderem die humanpathogenen Arten Hantaan-Virus, Puumala-Virus, Dobrava-Belgrad-Virus, Seoul-Virus, Korea-Fieber-Virus, Sin-Nombre-Virus.

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Der Name Hanta geht auf den Fluss Hantan in Südkorea zurück, an welchem in den 1950er-Jahren während des Koreakrieges mehr als 3.000 amerikanische Soldaten an einem ungewöhnlich starken Fieber mit anschließend häufigen Nierenversagen erkrankten. Erst 1977 gelang es das bis dahin unbekannte Virus zu isolieren. Diese Viren verursachen je nach Virustyp verschiedene Erkrankungen. Dazu zählen schwere Lungenerkrankungen (Pneumonie), akutes Nierenversagen (Nephrotisches Syndrom) oder hämorrhagische Fiebererkrankungen.

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Die Viren sind weltweit verbreitet und treten auch in Mitteleuropa auf. Sie werden durch den Kot oder Urin infizierter Nagetiere (überwiegend Mäuse und Ratten), der als Staub eingeatmet wird, auf den Menschen übertragen. Die infizierten Nagetiere selbst zeigen keine Krankheitssymptome. Die menschlichen Erkrankungen verlaufen unterschiedlich schwer.

Mit über 2000 gemeldeten Fällen gehören Hantavirus-Infektionen zu den fünf häufigsten meldepflichtigen Viruserkrankungen in Deutschland. Hohe Fallzahlen wurden 2007 und 2010 aus Baden-Württemberg von der Schwäbischen Alb gemeldet, aber auch aus dem Bayerischen Wald, dem Spessart, Köln und dem Münsterland.

Ebolavirus

Die Gattung Ebolavirus sind Viren aus der Familie der Filoviridae. Die Gattung wurde nach dem kongolesischen Fluss Ebola benannt,

in dessen Nähe es zum ersten allgemein bekannten Ausbruch kam. Ein mit dem Ebola-Virus verwandtes Virus wurde 1967 mit Affen aus Uganda in wissenschaftliche Labors in Marburg eingeschleppt.

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Die Ebolaviren sind für das Ebolafieber verantwortlich. Neben dem Menschen infizieren sie andere Primaten (Affen) und lösen bei ihnen ein hämorrhagisches Fieber aus. Das Ebolavirus besitzt eine fadenförmige, manchmal auch bazillusförmige oder U-förmige, Gestalt. In seiner Länge variiert es und gehört zu den größten bekannten RNA-Viren. Als weitere Besonderheit besitzt dieser Erreger auch die Matrixproteine VP40 und VP24.

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Ebolaviren sind fähig, sich in fast allen Zellen des Wirtes zu vermehren. Dabei kommt es aufgrund der schnellen Virensynthese zu einem Viruskristall (Crystalloid), der vom Bereich des Zellkerns nach außen dringt und einzelne Viren nach Lyse der Zelle freilässt.

Das natürliche Reservoir der Ebolaviren (Hauptwirt, Reservoirwirt) konnte bisher nicht zweifelsfrei gefunden werden. Mittlerweile gibt es starke Hinweise auf verschiedene Arten von Flughunden, die in Afrika weit verbreitet sind und eine Infektion mit Ebola-Viren überleben.

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Fledermausarten gerieten so in das Visier der Wissenschaftler. Eine Übertragung des Virus vom Reservoirwirt auf den Menschen ist bislang ein eher seltener Vorgang und der genaue Übertragungsweg noch nicht vollends geklärt. Nach Angaben der WHO ist eine Übertragung des Virus auf den Menschen auch durch Körperkontakt mit infizierten kranken oder toten Wildtieren wie Flughunden aufgetreten.

Aufgrund der hohen Letalität und Infektionsgefahr wird der Erreger in Klasse 4 der Biostoffverordnung eingeordnet.

Tollwutvirus

Das Rabiesvirus, auch Tollwutvirus genannt, ist ein das Nervensystem angreifendes Virus, das in Tieren und Menschen die Tollwut auslöst.

Die Folge ist eine akute lebensbedrohliche Enzephalitis (Gehirnentzündung), die normalerweise tödlich verläuft. Die Übertragung kann über den Speichel von Tieren erfolgen. Das Rabiesvirus ist ein behülltes Virus von zylindrischer Form. Es ist Mitglied der Gattung Lyssavirus und gehört zur Familie der Rhabdoviridae, deren Mitglieder eine einzelsträngige RNA mit negativer Polarität als Genom besitzen.

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Das Virus ist im Speichel eines tollwütigen Tieres vorhanden und der Infektionsweg führt fast immer über einen Biss. Aber auch kleinste Verletzungen der Haut und Schleimhäute können das Eindringen des Virus per Schmierinfektion oder Kontaktinfektion ermöglichen.

Vom Zentralnervensystem aus gelangt das Virus auch in andere Organe und verbreitet sich dadurch weiter. Oftmals tritt eine erhöhte Aggressivität mit verstärktem Beißverhalten auf, welches die Wahrscheinlichkeit, das Virus weiter zu verbreiten, erhöht.

Nach dem Tod einer niederländischen Touristin durch das Marburg-Virus raten Tropenmediziner dringend, den direkten Kontakt mit Fledermäusen und Affen zu meiden. „Wir wissen, dass Fledermäuse tödliche Erreger wie Marburg-, Ebola- oder Tollwutviren übertragen können. Offenbar kann eine Infektion nicht nur durch Bisswunden oder den Verzehr dieser Tiere erfolgen, es gibt auch Hinweise darauf, dass der Kontakt mit Ausscheidungen gefährlich sein kann", warnt Prof. Thomas Löscher vom Berufsverband Deutscher Internisten (BDI).

siehe auch:

Die Tollwut ist für manche kein Todesurteil.pdf

Hantavirus-was-die-maus-uns-hinterlässt.pdf

Allgemeine Informationen

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