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Kornkäfer

Der Kornkäfer (Sitophilus granarius) ist ein Käfer aus der Familie der Rüsselkäfer (Curculionidae), der vermutlich ursprünglich aus Vorderasien stammt. Er ist der in Europa am weitesten verbreitete Getreideschädling. Theoretisch wären pro Jahr von einem einzigen Weibchen 250.000 Nachkommen möglich, was einem Verlust von etwa 6 kg Getreide entspräche. Zusätzlich zu den Fraßschäden durch Sitophilus granarius entstehen Verluste, wenn Getreide sekundär von Schimmelpilzen und Milben befallen wird.

Kornkaefer
Foto: Kornkäfer-Imago

Die komplette Entwicklung von Sitophilus granarius vollzieht sich im Inneren des Getreidekorns. Dazu durchbohren sie die Schale eines Getreidekorns, legen ein Ei in die Höhle und verschließen die Öffnung mit einem Sekret, das an der Luft schnell zu einem weißlichen Pfropf erhärtet. Ein Weibchen legt im Durchschnitt 100 bis 200 Eier ab. Jedes ausgewählte Getreidekorn wird nur mit einem Ei bestückt, außer das Angebot an Getreidekörnern ist gering; dann werden ausnahmsweise auch zwei Eier deponiert. Die daraus schlüpfenden Larven besitzen keine Beine. Ihr Kopf ist braun, der übrige Körper weiß. Die aus der Puppe entstehenden Käfer bleiben zunächst noch in ihren Getreidekörnern, schließlich bohren sie ein Loch durch die Hülle und sie verlassen die Körner. Die Käfer sind flugunfähig, da die Hinterflügel rückgebildet sind. Die Körpergröße der Kornkäfer liegt zwischen 4 und 5 mm. Kornkäfer befallen unterschiedliche Getreidesorten:

  • Roggen (bevorzugt)
  • Weizen
  • Gerste
  • Mais
  • Hafer
  • Malz
  • Reis
  • Buchweizen
  • Teigwaren

Bei starkem Befall von Lagergut steigt infolge der Aktivität der Käfer die Temperatur und Luftfeuchtigkeit an, es kann zu Hotspots kommen, wodurch es zu schweren Folgeschäden durch Milben und Schimmelpilze kommt.

Endosymbiose: Die Kornkäfer leben in Symbiose mit fadenförmigen Bakterien, die bei den Kornkäfer-Larven in den Zellen eines eigenen Organs (Myzetom) untergebracht sind. Diese Symbionten produzierten lebenswichtigen Substanzen (Vitamine), die in den Getreidekörnern nicht enthalten sind.

Wie alle Arten aus der Familie der Rüsselkäfer hat auch der Kornkäfer einen rüsselförmig verlängerten Kopf. Der Kopf setzt sich in einen Rüssel fort, an dessen vorderem Ende sich die Mundwerkzeuge befinden. Die Antennen sind beim Kornkäfer rechtwinklig gebogen. Kornkäfer sind nicht in der Lage zu fliehen. Auf den miteinander verwachsenen Flügeldecken von Sitophilus granarius verlaufen punktierte Längsstreifen. Die Käfer haben eine Körperlänge von 3 bis 4mm. Die gelegten Eier sind 0,5mm lang, 0,3mm dick, leicht oval, anfangs farblos, später milchig trüb.

Kornkaefer1
Foto: Ein Kornkäfer verlässt das Getreidekorn

Unmittelbar nach der Metamorphose sind die Käfer hell- bis rotbraun gefärbt, mit zunehmendem Alter geht die Färbung in dunkel- bis schwarzbraun über.

Die entscheidende Rolle bei der Entwicklung spielt immer die Temperatur:

  • Bei einer Temperatur von 27°C dauert die Entwicklung vom Ei bis zum Käfer zwischen 29 und 34 Tage
  • Bei einer Temperatur von 29°C, sowie einer relativen Luftfeuchtigkeit von 75% beträgt die Lebenserwartung der adulten Kornkäfer nur 6 Monate
  • Bei etwa 10°C verlängert sich die Lebensdauer auf bis zu zweieinhalb Jahre
  • Nachdem die Käfer die Getreidekörner verlassen haben und die Umgebungstemperatur mindestens 13°C beträgt, erfolgt die Paarung
  • Bei 25°C beginnen die Weibchen ca. 5 Tage nach der Paarung, Eier abzulegen
  • Bei 25°C schlüpfen die Larven nach ca. 4 Tagen
  • Bei 25°C setzt nach 27 Tagen die Verpuppung ein, die Puppenruhe dauert ca. 8 Tage
  • Bei 29°C und 75% Luftfeuchtigkeit beträgt die Lebensdauer der Käfer zirka fünf Monate

 

Bekämpfung:

1. Kontaktinsektizide

Die Larven und Puppen von Sitophilus granarius leben im geschlossenen Korn und sind so gegen Kontaktinsektizide weitgehend geschützt. Erst wenn die Käfer nach Erzeugung des Fraßschadens das Korn verlassen, können die Kontaktinsektizide wirken.

Verdampfer
Foto: Verdampfer für Kohlendioxid zur Begasung

2. Begasung

Befallenes Getreide kann in gasdichten Containern in Silos oder abgesackt (Sackstapelbegasung) mit Stickstoff, Kohlendioxid oder Phosphorwasserstoff begast werden. Die Inertgase Stickstoff (N2) und Kohlendioxid (CO2) müssen bei niedrigen Temperaturen lange vor allem auf die atmungsinaktiven Puppen von Sitophilus granarius einwirken, damit sie absterben. Je niedriger die Temperatur, desto weniger müssen die Puppen atmen, um so weniger Sauerstoff benötigen sie.

Sackstapelbegasung
Foto: Sackstapelbegasung mit Phosphorwasserstoff

3. Biologische Schädlingsbekämpfung

Zur biologischen Schädlingsbekämpfung von Sitophilus granarius kann die Schlupfwespe Lariophagus distinguendus eingesetzt werden.

4. Kieselgur

Kornkäfer u.a. Getreideschädlinge lassen sich mit Diatomeenerde (Handelsprodukt: SilicoSec®) bekämpfen:

  • SilicoSec® hinterlässt einen weißlichen Belag auf den behandelten Körnern, führt jedoch weder zu einer farblichen Beeinträchtigung des Mehles noch zu einer qualitativen Veränderung im Backverhalten.
  • SilicoSec® ist ein reines Naturprodukt
  • SilicoSec® erfasst alle kriechenden Vorratsschädlinge wie Kornkäfer, Reiskäfer, Mottenlarven etc. - auch Stämme, die Resistenzen gegen chemische Insektizide aufgebaut haben
  • aufgrund der biophysikalischen Wirkung von SilicoSec® sind keine Resistenzbildungen gegen SilicoSec® zu erwarten
  • SilicoSec® ist lange wirksam

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Foto: Kornkäfer tummeln sich noch: SilicoSec® macht ihnen den Garaus

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