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Gescheckter (Bunter) Nagekäfer

Der Gescheckte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) gehört zur Familie der Nagekäfer (Anobiidae). Er wird im Volksmund auch Totenuhr genannt, weil während der Paarungszeit das Männchen mit seinem Kopf auf das Holz schlägt, um Weibchen anzulocken. Nach altem Volksglauben verband man dieses Klopfen mit dem Sterben der Personen, die sich in einem Zimmer aufgehalten haben, die von diesen Käfern befallen waren. Man sprach also von der Totenuhr.

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Der Gescheckte Nagekäfer

Die Käfer werden 5 bis 7 Millimeter lang und sind somit die größte in Mitteleuropa heimische Anobienart. Ihr Körper ist dunkelbraun und hat gelbliche Haarflecken am Körper verteilt. Der Gescheckte Nagekäfer (Xestobium rufovillosum) besitzt so eine unregelmäßig gefleckte Zeichnung, die sich auf der dunkelbraunen Chitindecke durch gelbliche Borsten abhebt. Diese haben ihm auch Namenszusätze wie "bunt" oder "scheckig" verliehen. In Mitteleuropa sind sie die zahlreichsten Vertreter der Nagekäfer. Die Larven des Bunten Nagekäfers werden bis 10 mm groß, sind hell beige gefärbt und bauchseitig gekrümmt. Sie fressen im Holz bis zu 3 Jahre. Im Querschnitt erscheinen die Larvengänge kreisrund. Deutliches Merkmal des Befalls sind die vielen, oft aus dem Holz herausrieselnden, bräunlichen Kotteilchen, die an Linsen erinnern.

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Kot und Larven des Bunten Nagekäfers (Foto: Noldt)

Nach vollständiger Entwicklung der Larven, verpuppen sie sich parallel im Spätsommer. Die Entwicklung vom Ei zum Käfer (Imago) dauert üblicherweise ca. 2-3 Jahre. Nach der Verpuppung bohrt sich der Käfer zum Überwintern ins Holz und schlüpft dann im Frühjahr. Er fliegt aus und geht dann auf Partnersuche. Hierzu verständigt er sich mit Klopfzeichen, in dem die Käfer mit ihren Köpfen bis zu 8 mal pro Sekunde auf das Holz schlagen.

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Die Nagekäfer-Partner nähern sich an

Die Eiablage geschieht nach der Kopulation meist wieder in die eigenen Ausfluglöcher. Bei Pilz-befallenem Holz ohne Ausfluglöcher, werden die Eier in Ritzen in die Oberflächen nahen Zonen abgelegt.
Die Larven leben in Eichen- und Weidenholz aber auch in verbautem Holz. Der Gescheckte Nagekäfer gilt als Sekundärschädling, da nur Holz befallen wird, das bereits durch holzzerstörende Pilze vorgeschädigt ist. Der Bunte Nagekäfer ist ein verlässlicher Anzeiger für einen Pilzschaden. Er ist ein Faulholzinsekt, da er feuchtes Holz (Holzfeuchte > 16-17%) spezialisiert hat. Ursache zum Aufleben des Pilzes und dann des Bunten Nagekäfers ist meist ein (unerkannter) Feuchteschaden, der z.B. durch Regenwassereintritt in die Bausubstanz entsteht. Der Bunte Nagekäfer wird vom Geruch des Bauholzpilzes angelockt, für den das pilz-vorzerstörte Holz besser zu verdauen ist.

Besonders oft wird feucht gewordenes, verpilztes Laubholz befallen; so z.B. Eichenholz in Fachwerkbauten oder im Dachfuß eines Dachstuhls. Auch Nadelhölzer verschmäht der Bunte Nagekäfer nicht, wobei er nicht zwischen Splint- und Kernholz unterscheidet, sondern er frisst alle vom Pilz befallene Holzzonen. Er frisst überwiegend im nährstoffreicheren Frühholz der Jahrringe und lässt die Spätholzzonen fast unberührt stehen. So ergibt sich eine Art lamellenartiges Gefüge mit dazwischen eingelagertem braunen Holzbohrmehl. Die Braunfärbung erhält der Bohrmehlstaub durch das in hoher Konzentration vorhandene Lignin (=braun gefärbt), das übrig bleibt wenn der Bauholzpilz die Holzzellulose zersetzt.

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Vom Bunten Nagekäfer zerstörte Deckenbalkenlage

Für eine erfolgreiche Sanierung ist eine Ursachenbeseitigung und Bekämpfung des Pilzbefalls vorrangig. Der Bunte Nagekäfer beschleunigt aber durch seine intensive Fraßtätigkeit die Zerstörung des Bauholzes erheblich.
Holzzerstörende Pilze wachsen erst ab einer ausreichenden Holzfeuchte von mindestens 20%, die durch ungewollte Durchfeuchtungen oder durch Wassereintritt zustande kommt. Nach Feststellung der Schadensursache und seiner Ausbreitung, muss die Feuchte nachhaltig beseitigt und der Bauholzpilz bekämpft werden.

Zur Pilzbekämpfung ist ein Gesundschneiden der befallenen Hölzer unabdingbar ist und damit wird auch gleichzeitig meist der Befall durch den Bunten Nagekäfer mitentfernt.

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