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Befunduntersuchung

Am Beispiel der Kath. Liebfrauenkirche in 55430 Oberwesel wird deutlich, dass sich durch eine Befunduntersuchung im Vorfeld einer Sanierungsmaßnahme frühzeitig Schäden an der Holzkonstruktion feststellen lassen. Rechtzeitig erkannte Schäden bringen die Finanzierung nicht durcheinander!

wesel1Die Kirche „Unserer Lieben Frau" liegt am Rhein-Ufer und mit dem Bau wurde 1308 begonnen. Während der Bauzeit wütete die Pest. Die Altarweihe fand 1331 statt. Der Chor mit seinen 18 Meter hoch aufragenden Fensterbahnen geht ohne Absatz in das über 30 m lange Kirchenschiff über. Die Kirche ist aus dem örtlichen Schieferbruchstein gemauert. Von jeher hatte die Kirche einen roten Verputz mit weißen Quadermalereien. Vom Volk wurde sie daher die „Rote Kirche „ genannt.
Die Chormadonna in der Chorfassade war früher den Rhein-Schiffern gut sichtbar und heißt heute noch die „Schiffermadonna". Die Kirche beherbergt einen der frühesten und wertvollsten Schnitzaltäre, den Goldaltar. Dargestellt wird auf dem Goldaltar das Heilswerk Gottes an den Menschen.

wesel2Bei einer Vorbegehung am 27.09.2001 durch Dr. Gerhard Binker in Begleitung von Herrn Baubezirksleiter Stoffel vom Bisch. Generalvikariat Bistum Trier und Herrn Architekt Alwin Bertram, Hennweiler, stellte man sehr versteckte Schäden auch an der Dachstuhl-Konstruktion fest. Vorallem in den Dachfußbereichen fanden sich Anzeichen von Befall durch Pilze und Nagekäfer, die zunächst nur durch das geschulte Auge zu erkennen waren.

Probebeilungen mit einem Beil und Spitzhammer legten zum Teil eklatante Schäden an der Holzkonstruktion offen. Es wurde von der Fa. Binker Materialschutz GmbH vorgeschlagen, zunächst eine Befunduntersuchung durchzuführen, um die Hölzer zu identifizieren, die von Pilzen geschädigt sind und um das Ausmaß des Pilzbefalls zu erruieren. Auch sollte dabei die Pilzart festgestellt werden.

Nach der Auftragserteilung durch Herrn Ltd. Ordinariatsrat Micha Flesch und Baubezirksleiter Eltges, Bisch. Generalvikariat Trier, begann Befund- und Zimmermeister Andreas Kratz, Binker Materialschutz GmbH, am 5.11.2002 mit der mehrtägigen Befundung. Hierbei wurde mit langen Spezialbohrern und dem Bauendoskop ermittelt, welche Hölzer von Pilzen geschädigt sind und die Schädigungen wurden farblich nach ihrem Schädigungsgrad in einem Grundrißplan festgehalten.

wesel3Es ließ sich überwiegend Pilzbefall durch Blättlinge und Porenschwämme diagnostizieren. Aber auch Befall durch den Trotzkopf (Coelostethus pertinax L. = Dendrobium pertinax L.) war festzustellen. Der Trotzkopf ist auf pilzbefallenes Holz angewiesen und befällt sowohl Nadel- wie auch Laubholz. Das ermittelte Schadausmaß dient nun zur Festlegung der erforderlichen zimmermannsmäßigen Holzauswechselungen und Kostenvorkalkulation.

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