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Museumsschädlinge

1. Museumskäfer (= Kabinettkäfer)

Der Kabinettkäfer (Anthrenus museorum), auch als Museumskäfer bekannt, ist ein Käfer aus der Familie der Speckkäfer (Dermestidae).

Von den zahlreichen in Mitteleuropa vorkommenden Arten der Gattung gehört der Museumskäfer zur Untergattung Florilinus, die sich durch achtgliedrige Fühler mit einer zweigliedrigen Keule auszeichnen.Beim Männchen des Kabinettkäfers ist das Endglied dieser Keule wesentlich größer als das Basisglied der Keule, das nur wenig größer als die Glieder der Fühlergeißel sind.

Beim Weibchen ist auch das Basisglied der Keule wesentlich größer als die Glieder der Geißel, aber auch deutlich kleiner als das Endglied der Keule. Die gesamte Keule des Weibchens ist kleiner als das Endglied der Keule des Männchens.

Der 2,2 bis 3,6 Millimeter große Käfer hat die typische stark abgerundete Form der Gattung Anthrenus. Die Fühler können in Fühlergruben auf dem vorderen Halsschildseitenrand und die Beine in Aussparungen auf der Körperunterseite eingelegt werden, der Kopf kann auf die Unterseite des Körpers gebogen und bis zu den Oberkiefern (Mandibeln) von der Vorderbrust verdeckt werden. Der Käfer kann sich also zusammenkugeln.

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Von Museumskäfer zerstörte Schmetterlingssammlung

Der Käfer ist schwarz, Schienen, Tarsen und Fühler sind gelbrot, beim Männchen das letzte Fühlerglied, beim Weibchen die ganze Keule schwärzlich. Die Zeichnung wird durch schwarze, weiße und braungelbe Schuppen hervorgerufen, die auf den Flügeldecken überwiegend kurz und rundlich sind und dreieckig auslaufen. Die Zeichnung variiert stark und kann dadurch verfälscht werden, dass die Schuppen abgerieben werden und der Käfer an solchen Stellen schwarz erscheint. Der Halsschild ist im zentralen Bereich (auf der Scheibe) schwarz, seine Hinterecken und die Mitte der Basis sind überwiegend weiß beschuppt. Quer über die Flügeldecken verlaufen drei dünne, oft unvollständige helle Querbinden, jedoch können überall Gruppen von weißen oder gelbbraunen Schuppen eingesprengt sein. Zusätzlich zu den beiden Facettenaugen besitzen die Käfer auf der Mitte der Stirn ein Punktauge (Ocellus).

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Foto: Dermestidenlarven

Die Tiere kommen in der gesamten Paläarktis außer im äußersten Norden vor. Sie wurden in Nordamerika eingeschleppt. Als Kulturfolger leben sie überall in der Nähe des Menschen, in freier Natur findet man sie auf Blüten vom Tiefland bis ins Gebirge.

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Befall durch Museumsschädlinge an einem Museumsexponat

Die lichtscheuen Käfer kommen oft gemeinsam mit dem Teppichkäfer (Anthrenus scrophulariae) vor. Sie leben an dunklen Stellen in Wohnungen, Häusern und Lagern, Archiven, Bibliotheken und Museen. Die Larven entwickeln sich in freier Natur unter Rinde, sonst ähnlich, wie die Käfer. Sie ernähren sich vor allem von toten Insekten und anderen Chitin und Keratinquellen. Sie sind deswegen als Schädlinge in Insektensammlungen bekannt.

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Imago von Anthrenus verbasci

2. Pelzkäfer (Gefleckter Pelzkäfer)

Der Gemeine oder Gefleckte Pelzkäfer (Attagenus pellio) gehört zur Gattung der Pelzkäfer (Attagenus) in der Familie der Speckkäfer (Dermestidae). Die Käfer erreichen eine Körperlänge von 3,5 bis 6 Millimetern. Sie haben einen schwarz gefärbten, dicht behaarten Körper, der stellenweise Bereiche mit heller Behaarung trägt. Je ein großer Fleck befindet sich in der Mitte der Deckflügel nahe der Flügeldeckennaht, je zwei weitere liegen seitlich hinter der Schulterbeule, wobei diese Flecke auch nicht ausgebildet sein können. Weitere Flecke finden sich am Halsschild basal mittig und an den beiden Ecken, kleinere Flecke liegen an den Seiten des Halsschildes hinter der Mitte. Das erste und achte bis elfte Fühlerglied ist schwarz, das zweite bis siebente ist gelb gefärbt. Die Beine sind abgesehen von den gelblichen Tarsen braun gefärbt.

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Pelzkäfer-Imagines (Attagenus piceus)

Die Tiere sind weltweit verbreitet, wobei man sie in Europa, nördlich bis nach Lappland und auch auf Grönland findet. Sie sind auf den Britischen Inseln häufig.

Als Kulturfolger findet man die Art nur selten in freier Natur, wenn dann in Vogelnestern und Mulm, sie kommen jedoch in der Nähe des Menschen sehr häufig vor. Die Imagines treten bereits im Frühling in Wohnungen und Museen auf, in denen die Weibchen ihre Eier ablegen.

Später im Jahr findet man die adulten Tiere auch auf Blüten von Doldenblütlern und Obstbäumen. Die Larven werden bis zu 12 Millimeter lang und haben eine goldgelbe Färbung. Sie können durch ihren Fraß erhebliche Schäden an Textilien, Teppichen, Leder, Pelzen und Ähnlichem anrichten.

Bekämpfungsmöglichkeiten gegen Museumsschädlinge:

1. Zunächst wird vorgeschlagen zur weiteren Befallsverifizierung Pheromonfallen bzw. Klebefallen auszubringen. Sie sollten in einem möglichst quadratischen Raster ausgelegt werden.

2. Parallel sollten Lagererzwespen zur biologischen Schädlingsbekämpfung ausgesetzt werden.

3. Abhängig von den Fallenauswertungen sollten dann ggfs. weitere Methoden (Raumvernebelung/ Begasung/ Kühlung/ Warmluftbehandlung) angewandt werden.

4. Erarbeitung eines dauerhaften Präventivkonzeptes (Lichtfallen, Monitoringtechniken etc.)

Hinweis:
Die vorgenannten Ausführungen sind z.T. allgemein gehalten. Die genaue Vorgehensweise zur Bekämpfung der/des Schaderreger ergeben sich erst im lokalen Einzelfall. Auch sind denkmalpflegerische/ archivalische/ restauratorische Belange zusätzlich zu beachten. Wir beraten Sie gerne weiter.

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