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Schädlinge bekämpfen: Museum aktuell

- - - Neues von Kleidermotte & Co - - -

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Seit mehreren Jahrzehnten hat sich der Einsatz von Lockstoffen (Pheromone) gegen Schadinsekten zu deren Abwehr an Kunstwerken und ihren Materialien etabliert. Die chemischen Hauptkomponenten dieser Pheromone der materialschädlichen Insekten sind bekannt und werden seit längerem kommerziell in Pheromonfallen genutzt. Zur Früherkennung und zur Überwachung der Populationsdichte von Schädlingen nehmen sie eine zentrale Position im integrierten Materialschutz ein.

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Vor allem im musealen Bereich werden Sexuallockstoff-Fallen gegen paarungsbereite Männchen von Kleider- und Pelzmotten sowie Gewöhnlichen Nagekäfern, Brot- und Tabakkäfern verstärkt eingesetzt. Damit können im Museum Befallsstärken überprüft und Befallsherde ausfindig gemacht (Monitoring) sowie Befallsdezimierungen eingeleitet werden.
Durch "Monitoring" im Freiland abseits von Museen konnte Prof. Dr. Rudi Plarre, BAM Berlin, die natürlichen Vorkommen von Motten ermitteln. Die Ergebnisse ließen Rückschlüsse auf die ursprünglichen Lebensräume der Motten zu und auf mögliche adaptive Szenarien beim Übergang zu einer synanthropen und damit für den Menschen schädlichen Lebensweise. Zusätzlich konnte er auf diese Weise natürliche Habitate, die als Reservoire für vermeintliche Schadpopulationen von Motten fungieren, aufspüren (z.B. Vogelnester).

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Die Ergebnisse zeigen aber, dass die Kleidermotte (Tineola bisselliella) im Vergleich zu anderen Motten in unseren Breiten im Freien nicht natürlich vorkommt. Sie wurde anscheinend (vermutlich aus Afrika) eingeschleppt. Ein Neubefall im Museum erfolgt somit kaum aus natürlichen Quellen heraus, sondern vielmehr durch Verschleppung der Schädlinge oder Erwerb befallener Exponate.

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Zur Schadensprävention ist deshalb eine rigorose Quarantäne im Museum für Neuanschaffungen entscheidend. Alle Neuerwerbungen sollten z.B. einer Begasung unterzogen werden. Hierzu stehen unsere Stickstoff-Begasungskammern (Stickstoffkammer) zur Verfügung. Dabei erfolgt die Bekämpfung von Schädlingen ungiftig in einer luftdichten Begasungskammer, in die hochreiner Stickstoff (Sauerstoff-freie Luft) eingeleitet wird.

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Damit wird in der Begasungskammer ein sehr niedriger Restsauerstoffgehalt von unter 0,2% erreicht. Die Schädlinge sterben in dieser extremen Atmosphäre je nach Temperatur über einen Zeitraum von zwei bis mehreren Wochen durch Ersticken ab. Diese Methode zur musealen Schädlingsbekämpfung hinterlässt keinerlei giftige Rückstände am oder in den begasten Kunstobjekten. Ausserdem ist Stickstoff neutral und chemisch inert und kann mit den Oberflächen und Materialien der begasten Güter deshalb nicht reagieren.

Hinweis für Betreiber von Stickstoffkammern innerhalb der EU in Verbindung mit z.B. N2-Generatoren:
Unsere Stickstoffkammern sind labortechnische Anlagen zur temporären sauerstofffreien bzw. sauerstoffarmen Lagerung von Museumsgegenständen gegen negative Umwelteinflüsse (Korrosion, schädliches Klima). Vorteilhafter Nebeneffekt: Bei Lagerung der Museumsgegenstände über einen Zeitraum von ca. 4-12 Wochen sterben unvermeidbar auch verschiedene Organismen (wie z.B. Museumschädlinge: Teppichkäfer, Nagekäfer, Termiten, Kleidermotten) in oder an den Museumsgegenständen ab.

Zusätzlich können bei festgestelltem Anfangsbefall im Museum Schlupfwespen zur Befallsdezimierung eingesetzt werden (Biologische Schädlingsbekämpfung im Museum und in Kirchen).

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Kleidermotten sind nicht die einzigen Schädlinge in Museen. Vor allem Museums-, Teppich- und Pelzkäfer sind hier ebenso bedrohlich. Um rechtzeitig neuen derartigen Schädlingsbefall zukünftig zu vermeiden und vorzubeugen, empfehlen wir unsere neuen Monitore für Museumsschädlinge (Dermestiden). Bei diesem neuentwickelten Monitoringsystem kriechen die Larven der Schädlinge, angelockt von einem Fraßköder, in die Öffnungen eines Lockstoffbehälters, verweilen und fressen darin. Dabei nehmen sie an Umfang zu und müssen sich häuten.

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Die Häute verbleiben im Behälter und bei der regelmäßigen Inspektion vieler im Museum ausgelegter Behälter können die Häute sofort erkannt werden und der Befall wird sichtbar (Monitoring). Auch läasst sich so der Befallsumfang abschätzen und die Befallsherde eingrenzen. Dies ist besonders im Anfangsstadium eines Befalls wichtig, damit er sich nicht weiter im Museum etabliert. So bleiben das Museum und Depot "clean".

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Allgemeine Informationen

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