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Borkenkäfer-Bekämpfung

wald

Borkenkäfer kommen weltweit und an allen Laubbäumen und Nadelbäumen vor. Die Borkenkäfer (Scolytinae) sind eine Unterfamilie der Rüsselkäfer (Curculionidae). Die meisten Arten besiedeln geschädigte oder bereits abgestorbene Nadelbäume oder Laubbäume. Einige aber sind gefährliche Waldschädlinge, die auch gesunde Bäume befallen.

Buchdrucker-Imago
Foto: Buchdrucker Imago

Die Entwicklung ihrer Populationen bis hin zu Massenvermehrungen hängt von vielen natürlichen Faktoren ab und dabei insbesondere von:

  • einer günstigen Witterung (Temperatur > 16,5°C)
  • einem geeigneten Brutraum-Angebot z.B. nach Schadereignisse, wie Windwurf, Schneebruch oder Trockenheit

Ohne ausreichende Waldschutzmaßnahmen kann es jedoch sehr rasch zu Massenvermehrungen mit gravierenden wirtschaftlichen und ökologischen Schäden kommen, sogar zum flächenhaften Absterben gesunder Bäume.

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Foto: Schadbild des Kupferstechers im Baumkronenbereich

Borkenkäfer bohren sich durch die Rinde ihrer Wirts-Baumarten wie der Fichte und legen dort Brutgänge für ihre Nachkommen an. Die Gänge von holzbrütenden Borkenkäfer dringen bis ins Holz vor und Rindenbrütende Borkenkäfer legen ihre Brutgänge nur unter der Rinde an.

Buchdrucker-Imagines-mit-Larven
Foto: Buchdrucker-Imagines mit Larven

Wichtige Rindenbrüter und ihre bevorzugten Baumarten sind:

  • Buchdrucker (Ips typographus) (Fichte)
  • Kupferstecher (Pityogenes chalcographus) (Fichte)
  • Großer und Kleiner Waldgärtner (Kiefer)
  • Eichensplintkäfer (Eiche)
  • Buchenborkenkäfer (Buche)

Hauptschädling ist der Buchdrucker. In Fichtenwäldern kommt es durch seinen Fraß immer wieder zu verheerenden Schäden. Aber auch der wesentlich kleinere Kupferstecher trägt maßgeblich zum Absterben großer Fichtenbestände bei.

Larvengaenge-des-Buchdruckers
Foto: Larvengänge des Buchdruckers

Die Larven der Holzbrüter leben im Holzkörper und ernähren sich von Pilzrasen (Ambrosia), die das Muttertier anlegt. Wichtigster Holzbrüter und bevorzugte Baumarten ist:

  • Gestreifter Nutzholzborkenkäfer (Trypodendron lineatum) (an liegendem Nadelholz)

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Foto: Buchdrucker-Käfer im Rindenbereich

Bekämpfung: Wirkungsvoll sind die Methoden der "sauberen Wirtschaft". Wichtig ist, daß befallene Bäume möglichst frühzeitig erkannt werden (an herausrieselndem Bohrmehl) und:

  • von Borkenkäfer befallene Bäume schnellstmöglich eingeschlagen werden (bevor die Käfer wieder ausfliegen und neuen Befall verursachen)
  • das Holz aus dem Wald abgefahren wird
  • bei Kupferstechergefährdung auch Gipfelmaterial unschädlich gemacht wird (z.B. Häckseln, Verbrennen)

Zusätzlich kann ein Insektizideinsatz erfolgen. Die Polterspritzung kann präventiv erfolgen. Eine Vor-Ausflug-Spritzung findet Anwendung wenn die Stämme bereits befallen sind. Dabei soll das Ausschwärmen der sich entwickelnden Käferbrut verhindert werden.
Die Insektizidbehandlung stellt aber nur eine Ergänzungsmaßnahme dar. Auch gezieltes lagenweises Spritzen der Polter und Mantelspritzung mit hohem Druck von den Stirnseiten her ist sinnvoll. Aber an unbehandelten, nicht erreichten Holzstellen können sich die Borkenkäfer weiter entwickeln. Eingesetzt werden „Karate Forst flüssig" und „Fastac Forst".
Fastac Forst ist ein Insektizid neuer Generation mit Kontakt- und Fraßwirkung. Wirksamer Bestandteil ist Alpha-Cypermethrin (ein Pyrethroid), formuliert als Suspensionskonzentrat ohne Lösungsmittel. Fastac Forst bietet sicheren Schutz mit ausgeprägter Sofortwirkung und langer Wirkungsdauer bei sehr geringen Aufwandmengen des Wirkstoffs je Festmeter Holz. Fastac Forst wirkt weitgehend witterungsunabhängig. Die Höhe der Polter bei der Behandlung darf 2m nicht überschreiten, um die Abtriftgefahr zu mindern.
KARATE® FORST flüssig ist ein Insektizid der neuesten Generation und hat sich in allen Forstanwendungen als hocheffizient erwiesen. Der Wirkstoff Lambda-Cyhalothrin gehört zu den synthetischen Pyrethroiden. Er ist regensicher und sehr UV-stabil und besitzt daher auf der Behandlungsoberfläche eine gute Dauerwirkung.

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Foto: Polter können schnell unter Folie begast werden

Bei Borkenkäferkalamitäten mit der Gefahr eines Massenauftretens gäbe es auch noch die „Schnelle Begasung" mit Profume (Sulfuryldifluorid). Eine Ausnahmegenehmigung ist allerdings im Einzelfall erforderlich. Hierbei werden Polter/Sturmholz/Rohholz schnell mit einer gasdichten Spezialplane überzogen und mit Sandschlangen zum Boden hin abgedichtet. Dann wird das Bekämpfungsgas eingeleitet. Es dringt in alle Polter und Rindenbereiche ein und schließlich sogar vollständig in alle Holztiefen! Nach der Begasung verbleiben keine Rückstände im Holz oder Boden, denn das Gas verflüchtigt sich beim Belüften der abgedichteten Polter sofort wieder.
Literatur:

  • Mizobuchi, M., I. Matsuoka, Y. Soma, H. Kishino, S. Yabuta, M. Imamura, T. Mizuno, Y. Hirose, and F. Kawakami. 1996. Susceptibility of forest insect pests to sulfuryl fluoride 2 Ambrosia beetles. Research Bulletin of the Plant Protection Service (Japan) 3277-82.
  • Soma, Y., M. Mizobuchi, T. Oogita, T. Misumi, H. Kishino, T. Akagawa, and F. Kawakami. 1997. Susceptibility of forest insect pests to sulfuryl fluoride 3 Susceptibility to sulfuryl fluoride at 25C [In Japanese]. Research Bulletin of the Plant Protection Service (Japan) 3325-30.
  • Soma, Y., S. Yabuta, M. Mizobuchi, H. Kishino, I. Matsuoka, M. Goto, T. Akagawa, T. Ikeda, and F. Kawakami. 1996. Susceptibility of forest insect pests to sulfuryl fluoride. 1. Wood borers and bark beetles. Research Bulletin of the Plant Protection Service Japan 32:69-76.

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